Beitragsseiten

 

Ein Abendessen wurde im pittoresken, 1895 eröffneten, Traditionslokal »La Cigale« eingenommen, im Anblick von prächtigen Fayencen, glitzernden Kronleuchtern, verträumten Barockengeln und alten Wandgemälden. „Voilà, le vin est beau!“

Wir erfuhren von den Höhen und Tiefen der Stadt. Bis 1846 hatte hier der Sklavenhandel geblüht. Hier hatte einst Louis Lefèvre-Utile in seiner Zuckerbäckerei die berühmten Butterkekse (Petit-Beurre) der Marke »LU« kreiert und diese werbewirksam zur Weltausstellung 1900 in Paris angepriesen. Vom Hafen der nahen Hafenstadt Saint Nazaire hatten einst große Überseeschiffe abgelegt und Passagiere in die Neue Welt befördert. Die Deutschen unterhielten im 2. Weltkrieg hier einen U-Boot-Hafen. Gert und Inge Tuengerthal hatten den Ausflug dorthin vorbereitet. Mit Schaudern durchliefen wir die verlassenen, weitgehend zerstörten Anlagen. Mit dem Schiff ging es die ca. 60 km Wegstrecke nach Nantes zurück, entlang einiger sehenswerter, manchmal auch skurrilen oder provozierenden, Kunstobjekten, welche links und rechts der Loire nach und nach in unser Blickfeld rückten.

Während die Werft in Saint Nazaire weiterhin große Schiffe baute, war der Schiffsbau in Nantes längst eingestellt worden. Auf dem zurückgebliebenen Werftgelände ließen wir uns im Park der »Machines de l’île« von gigantischen Elefanten, Flugdrachen und Spinnen aus Metall, Holz und Segeltuch in eine ferne Märchenwelt entführen. Wer Schiffe bauen kann, kann eben auch so etwas!