Vom 23.4. bis zum 30.4.2013 hat eine Gruppe der Deutsch-Französischen Gesellschaft eine Reise nach Lyon unternommen. Lyon, die drittgrößte Stadt Frankreichs, liegt am Zusammenfluss der Saône in die Rhône und hat dadurch ein besonderes Flair. Die ersten Tage der Stadterkundung wurden wir verwöhnt mit sommerlichen Temperaturen, die uns in die Straßencafés lockten.

Place Bellecour, das repräsentative Zentrum von Lyon

Mit einer Stadtrundfahrt verschafften wir uns einen ersten Überblick über die Metropole , mit ihren Hügeln, den Brücken und imposanten Bauwerken: die Kirche Notre Dame auf dem Fourvière-Hügel; der beeindruckende Platz Bellecour, das Rathaus und das Kunstmuseum.

Das alte Lyon, das zu Zeiten Ludwig XI das Zentrum der Seidenweberei war, fasziniert mit engen Gassen und straßenverbindenden Gängen, den Traboules. Sie wurden angelegt, um den sicheren, von der Witterung unabhängigen Transport der Seidenstoffe zu gewährleisten. In Lyon entstand der erste mechanische Webstuhl (Jacquard); eine interessante Führung im Haus der Seidenweber gewährte uns Einblicke in das komplizierte Handwerk.

Eine weitere Besonderheit Lyons sind die „Fresques des Lyonnais“: Illusionsmalerei auf fensterlosen Hauswänden. Berühmte Lyoner Bürger wurden dargestellt wie : Paul Bocuse, die Brüder Lumière, Jacquard, Ampère, Saint-Exuperie und viele andere. Die Wandmalerei , „Trompe-l’oeil“ genannt findet man verteilt im Stadtgebiet mit den verschiedensten Motiven.

Auf die Spuren der Römer begaben wir uns bei einem Ausflug nach Vienne, einer südlich von Lyon gelegenen Kleinstadt. Dort befindet sich ein erstaunlich großes Amphitheater aus der römischen Zeit, das noch größer ist als das von Orange. Im Museum „Gallo-Romain“ wurde uns anschaulich und informativ das Leben, die Kultur und Kunst der Römer vor 2000 Jahren vor Augen geführt.

Rue Mercière, eine Strasse voller guter Restaurants

Das nördlich von Lyon gelegene Weinanbaugebiet des Beaujolais erkundeten wir bei einem Ausflug nach Romanèche, Brouilly und Fleurie. Der Gegensatz von großangelegtem Weinanbau und biologisch orientiertem Familienbetrieb wurde uns an Hand von zwei Besichtigungen deutlich:

Das Weinbaumuseum in Romanèche und das“ Chateau de Grand Pré“ in Fleurie, wo wir eine Weinprobe verbunden mit kleinen Leckereien der Region genießen konnten.

Eine Bootstour auf der Saône und Rhône rundete unser reichhaltiges Programm ab:

Vom Wasser aus sahen wir das neue Viertel Lyons: „Confluence“, ein Wohn-und Geschäftsviertel, mit Einkaufszentren und einem Museum, erstellt auf einem ehemaligen Hafen- und Industriegelände. Große Unternehmen haben sich von namhaften Architekten imposante Bürohäuser erstellen lassen und ihren Firmensitz in diesen modernen Bereich Lyons verlegt.

Doch haben wir uns nicht nur Kunst und Kultur gewidmet, sondern den kulinarischen Genüssen Lyons jeden Abend gehuldigt. Die berühmte „Brasserie George“ gehörte zu unseren Anlaufstellen, genauso wie die „Bouchons“, kleine Weinkneipen im Herzen des alten Lyons, die uns mit typischen Gerichten der Region verwöhnten.

Unsere Reise hat uns einen Eindruck von der lebendigen und attraktiven Stadt vermittelt und Lust auf „mehr“ gemacht.