Das Loire-Tal - seine Schlösser, Gärten und Weingüter

Am 6.Mai 2014 starteten Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wismar zu ihrer alljährigen Reise , die dieses Mal bis zum 12.Mai in das Tal der Loire und nach Chartres führte.

Nach einem ruhigen Flug ab Hamburg reiste die Gruppe von Paris nach Cerdon weiter. Dort erwartete uns ein gepflegtes Anwesen (table d`hôtes), das mit seinen liebevoll eingerichteten Zimmern eine erholsame Übernachtung bot. Bei einem gemeinsamen Abendessen vor Ort stimmte sich die Gruppe mit einer Kostprobe des Loireweins auf die kommenden Genüsse ein und kam schnell ins Gespräch mit den freundlichen Gastgebern.

Ab dem nächsten Morgen erwartete uns das Loire-Tal mit allen seinen Attraktionen. Dieser fruchtbare Landstrich war bis zur Französischen Revolution der Lieblingsaufenthalt der Könige. Das Tal bietet neben Schlössern ebenso ehrwürdige Klöster, majestätische Kathedralen wie Chartres, wohlhabende Städte wie Angers, Tours und Nantes.

Bevor Tours angefahren wurde, besichtigte die Gruppe in der Stadt Gien die bekannte Fayencen-Fabrik und konnte im Museum der Firma die Farbenpracht und Vielfalt der Produktion bestaunen. Im Anschluss daran wurde Blois mit seinen lebhaften Altstadtvierteln erobert, auch das prächtige Renaissanceschloss, das einst ein knappes Jahrhundert Zentrum des höfischen und politischen Lebens war, wartete auf eine Besichtigung. Nachdem wir uns im zentral gelegenen Hotel in Tours eingerichtet hatten, ergab sich im nahegelegenen Restaurant die Möglichkeit, unter vielen Genüssen auszuwählen. Eine Gelegenheit, die wir uns auch nicht bei den weiteren Restaurantbesuchen entgehen ließen. Die Loireweine der Anjou, aus Vouvray, Savennieres und Saumurtaten ein Übriges, um uns wie "Gott in Frankreich" leben zu lassen.

Für den dritten Tag war eine Fahrt nach Amboise und Chenonceau geplant. Unser erstes Etappenziel war das elegante Renaissanceschlösschen von Clos-Lucé. Hier verbrachte Leonardo da Vinci seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod im Jahr 1519. Die Besichtigung seines Arbeits-, Schlaf- und Empfangszimmers ließen den Zeitgeist wieder aufleben. Im Garten erstaunten bewegliche und bespielbare Modelle nach da Vincis Konstruktionszeichnungen. Ausschnitte seiner berühmten Bilder waren in den Garten integriert und ließen das Ausmaß seiner künstlerischen Begabung erahnen. Schloss Chenonceau, dessen 60m lange Galerie den Fluß Cher überspannt, gilt als eines der schönsten Schlösser der Loire-Gegend. In den stilvoll eingerichteten Räumen, die mit prachtvollen Blumenbouquets geschmückt waren, zeigte sich die Eleganz dieses Schlosses der 5 Königinnen.

Am Abend traf sich die Gruppe aus Wismar mit Mitgliedern der Deutsch- Französischen Gesellschaft der Touraine. Der Abend stand im Zeichen der angeregten Unterhaltung und des Kennenlernens, es wurde eine Vertiefung der Beziehungen miteinander vereinbart.

Am nächsten Morgen stand in Saumur eine Vorführung in der renommierten Reitschule des berühmten Cadre Noir auf dem Programm. Reiter und Pferde zeigten bemerkenswerte Fertigkeiten und begeisterten das Publikum. Im Anschluss gab es die Möglichkeit , sich weiter über die Reittraditon vor Ort zu informieren oder sich in den nahegelegenen Weinkellern von der Qualität des Saumurbrut (methode champenoise) zu überzeugen. Eine Stadtbegehung in Saumur ließ uns prächtige Fachwerkhäuser, romantische Plätze und imposante Verwaltungsgebäude bestaunen.

Der Samstag begann mit einer sehr informativen und unterhaltsamen Führung durch die Altstadt von Tours und machte Lust auf weitere Besuche. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde vielfältig genutzt- der Blumenmarkt, die sanierten Altstadtviertel, das Grab des Heiligen Martin, einer berühmten Pilgerstätte, vieles gab es zu erkunden. Das nahegelegene Schloss Villandry, berühmt für seine Gärten, bot ein Alternativprogramm.

 

Am Sonntag ging die Fahrt gen Chartres über einen kleinen reizvollen Ort -Vendôme. Chartres, das letzte Ziel unserer Reise, zeigte sich am Abend von einer ganz besonderen Schönheit. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde durch eine Lasershow an öffentlichen Gebäuden die Stadt in zauberhafter Weise verwandelt. Mit diesem überwältigenden Eindruck verabschiedeten wir uns von Chartres .

Frankreich hatte uns eine herrliche Woche beschert und wir sind sicher - wir kommen wieder.